Weg der Entschleunigung 8.Etappe ABBRUCH!
- Oliver Rupprecht

- 1. Sept. 2020
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 10. Sept. 2020
9 Tage - 162 km im österreichischen Mühlviertel, Böhmerwald.

Bei Nieselregen verlasse ich Oberschwarzenberg. Ein paar hundert Meter nach dem Ort lenkt mich die Wegmarkierung gleich rechts auf einen steilen Weg durch den Wald. Vorausschauenderweise habe ich die klappbaren Stöcke gar nicht im Rucksack verstaut. Sie werden jetzt schon aufgeklappt. Mangels Aussicht wird diese Etappe wohl eine reine Innenschau werden, schwant mir.
8.Etappe: Oberschwarzenberg nach Schöneben Kilometer: 19 Km Höhenmeter: 931Hm
Bei einer etwas missverständlichen Beschilderung stapft mir ein Einheimischer entgegen, der mir den richtigen Weg zur Teufelsschüssel weist, der ersten markanten Wegmarke für heute. Danach trifft der Aufstiegsweg meinen gestrigen Abstiegsweg vom Böhmerwaldkamm und führt am Steinernen Meer vorbei in Richtung Plöckenstein.
An einer Waldkreuzung mit mehreren Abzweigungen ist der Wegpfeilpfosten durch Waldarbeiten umgefahren und demoliert. Der „Weg der Entschleunigung“-Pfeil pickt aber an einem Baum und zeigt weiter nach oben. Es wird immer noch steiler. Nach einiger Zeit komme ich an eine imposante Granitformation beiderseits des Weges. Ich vermute, dies dürfte die Teufelsschüssel sein.

Statt grandioser Aussicht bietet sich eher die Stimmung eines nebeligen Edgar-Wallace-Filmes.
Von hier aus soll es, laut Beschreibung, weiter bergauf gehen. Ich folge dem einzigen Weg. Der geht aber bald bergab und führt in ein Gelände in dem Reste von Wald- , Baumfällarbeiten das Weiterkommen erschweren. Nun ist kein Weg mehr zu erkennen. Also arbeite ich mich wieder zurück zu der vermeintlichen Teufelsschüssel. Hier suche ich den Wald um die „Stoana“ nach Wegmarkierungen ab. Finde nichts. So gehe ich den Weg wieder zurück zu der letzten Markierung. Bin schon richtig gelaufen. Frustriert nehme ich den breitesten Weg bergab und lande nach einiger Zeit auf dem Parkplatz überhalb von Oberschwarzenberg, den ich gestern kurz vor Etappenende passiert habe.
Jetzt habe ich die Wahl meine heutige Route von hier aus nochmal zu beginnen, nämlich entgegengesetzt zum gestrigen Abstieg. Wäre sicher und könnte oben auf dem Kamm Etappe 8 fortsetzen. Oder nachdem schon weit über eine Stunde vergangen ist, der Nieselregen sich in strömenden Regen verschlechtert hat, für heute abzubrechen und mich mit meinem Gepäck zum Etappenziel fahren zu lassen. Ich entscheide mich für die zweite Variante und breche ab.
Mit einem anderen Ehepaar, das aufgrund des Wetters, gar keinen Wanderversuch unternommen hat, fahre ich zum heutigen Etappenziel, das InnsHolz Hotel - und Chaletdorf in Schöneben, nachdem die beiden Linzer in Ulrichsberg abgesetzt wurden.
Statt Naturerfahrung entschleunigen mich heute Meditation und Dehnen im komfortablen Hotelzimmer.
Mehr Infos gibt es unter: https://www.wegderentschleunigung.at








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